01.07.2019

Qualität und Sicherheit

DGORh: Vertreter aller Orthopädischen Rheumatologen im deutschsprachigen Raum

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) ging aus der am 18.09.1992 gegründeten Assoziation für Orthopädische Rheumatologie e.V. hervor, die ihrerseits aus der Arbeitsgemeinschaft für Orthopädische Rheumatologie, welche 1971 gegründet wurde, hervorging. Die Abkürzung der alten Gesellschaftsbezeichnung (ARO) findet sich noch heute im Wappen der DGORh. Die Zielsetzung der Gesellschaft ist es, die Forschung sowie die Lehre und Krankenversorgung einschließlich der Prävention und der Rehabilitation bei orthopädisch-rheumatologischen Krankheitsbildern zu fördern.

Die Gesellschaft ist der erste Ansprechpartner der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) bei Fragen der Weiterbildung in der Orthopädischen Rheumatologie. Die neue Weiterbildungsordnung für Orthopädische Rheumatologie wurde durch den Bundesärztetag verabschiedet und wird zurzeit in den Landesärztekammern ratifiziert. Im Vergleich zu den Vorgängerversionen wurde diese bzgl. ihrer Schwerpunkte neu ausgerichtet. Durch die stärkere Gewichtung der konservativen Inhalte der Zusatzbezeichnung wird die früher vorwiegend operativ ausgerichtete Weiterbildung in der Orthopädischen Rheumatologie grundlegend verändert. Diese Veränderung soll künftig zu einer intensiveren Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgung führen. Da die derzeit tätigen Orthopädischen Rheumatologen in Klinik und Praxis die Zusatzbezeichnung nach der alten Weiterbildungsordnung erwarben, ist es für diese dringend
erforderlich, die neuen Schwerpunkte durch gezielte berufsbegleitende Weiterbildungen zu ergänzen. Hierzu richtet die ADO seit einigen Jahren intensive Weiterbildungskurse aus. Diese von Dr. Uwe Schwokowski aus Lübeck entwickelten RhefO-Kurse behandeln in sich abgeschlossene Teilaspekte der medikamentösen und konservativen Therapie entzündlich rheumatischer Erkrankungen. Darüber hinaus ist auch das jährlich stattfindende Intensivmeeting der DGORh zunehmend in den Vordergrund gerückt. Seit 2017 werden hier nicht mehr ausschließlich operative Techniken und Indikationen besprochen, sondern parallel dazu auch die aktuellen Entwicklungen der konservativen und medikamentösen Therapien gelehrt und aufgefrischt. Dieses Konzept erwies sich auch bei der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung, dem zehnten Intensivmeeting der DGORh in Hannover, erneut als sehr erfolgreich, was sich in der weiter gestiegenen Teilnehmerzahl und im sehr positiven Feedback der Teilnehmer widerspiegelt. Das Thema der operativen Sitzung in diesem Jahr war die Indikationen und Techniken der Rückfußarthrodesen. In der parallel stattfindenden Sitzung zur konservativen Orthopädischen Rheumatologie wurden Vorträge zur spezifischen Rehabilitation von Rheumatikern, zur Diagnostik und Therapie der psoriatrischen und der axialen Spondylarthritis sowie zu innovativen medikamentösen Behandlungsansätzen gehalten. Erstmalig wurde in diesem Jahr der RhefO-Refresherkurs kostenfrei im Rahmen des Intensivmeetings angeboten. Im ersten Quartal 2020 wird das elfte Intensivmeeting der DGORh in Lübeck unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Uwe
Schwokowski stattfinden. In Zeiten starker Veränderungen unseres Faches ist es wichtig, dieses auch politisch als starke Gemeinschaft zu vertreten. Die DGORh sieht sich hier als Vertreter aller Orthopädischen Rheumatologen im deutschsprachigen Raum. Die Trennung von Klinikern und niedergelassenen Kollegen sowie operativ und konservativ Tätigen soll durch ein enges Zusammenrücken aller Orthopädischen Rheumatologen in Deutschland überwunden werden. Nur so kann es gelingen, die gemeinsamen Interessen zu verbalisieren und letztlich durchzusetzen. Neben der Interessenvertretung der Orthopädischen Rheumatologen wird es eine der großen Aufgaben in den nächsten Jahren sein, die neue Weiterbildungsordnung für die Zusatzbezeichnung in der Praxis umzusetzen und die bestehenden Weiterbildungsstätten in die Lage zu versetzen, den erhöhten Anteil an konservativer Weiterbildung in die Ausbildung zu integrieren.
Die beiden wissenschaftlichen Großprojekte der DGORh sind das Komplikations- und das Arthritis-Register. Im Komplikationsregister werden sämtliche Komplikationen nach Operationen in den teilnehmenden Spezialkliniken für operative Rheumatologie, welche an Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen mit und ohne Immunsuppression vorgenommen werden, registriert und daraus die entsprechenden Komplikationsraten ermittelt. Das Ziel dieses Registers ist es, künftig die perioperative Immunsuppression besser anpassen zu können als dies unter der bisherigen Datenlage möglich ist. Im Arthritisregister werden intraoperativ gewonnene histologische Präparate der Synovialis aufgearbeitet. Ziel der Auswertung dieser Datenbank ist es, anhand des histologischen Bildes und spezieller Färbungen, die medikamentöse Therapie gezielter als bisher einleiten zu können.
Die DGORh finanziert jährlich ein Reisestipendium in eine deutsche Klinik mit orthopädisch rheumatologischem Schwerpunkt. Initiativbewerbungen sind an das Büro der DGORh, Straße des 17. Juni 106–108 in 10623 Berlin (info@remove-this.dgorh.de) zu richten.

Prof. Ralph Gaulke
Vizepräsident der DGORh
Sektion obere Extremität, Fuß- und Rheumachirurgie
Unfallchirugische Klinik
Medizinische Hochschule Hannover

Weitere Infos

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie e.V.  (DGORh)

Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
Tel: 030 – 340 603 695
Fax: 030 – 340 603 696
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfo@remove-this.dgorh.de

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